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- W -


waa: welcher, welche, welches; di waa Hunger heynt, sellunt cho ässu: jene, welche Hunger haben, sollen essen kommen, dü waa das sälber chascht machu: Du kannst das ja selber machen.

waa? wo? wohin: waa hescht dü das gfunnu? Wo hast du das gefunden? Wa geyscht hiittu: Wohin gehst du heute?

waadli: fügsam; uwwaadli: störrisch; as uwwaadlis Jungi: ein störrisches Kind

wääger nix z' ambeschtu hä: nicht gut dran sein, sehr arm sein

waagu: wagen; dass dü das hescht därffu waagu: Dass du das wagen durftest!

Waald: Wald: Mehrzahl: Waalda; d' aaltu Waalda: Ortsname

Waaldsaaga: Säge um die Bäume zu fällen

waaldu: bezeichnet eine Fülle; äs tüot grad asoo waaldu va Fleygu: Sehr viele Fliegen kommen.

Wäält: Welt, Erde; wjer sii nit lang uf discher Wäält: Wir sind nicht lange auf dieser Erde.

waanu: im Ausdruck: mjer waanots: Ich ahne etwas.

Wäärch: Werk; d' aaltu Wasserleyte sind as groossus Wäärch.

Wäärchtag: Werktag; sumi gäänt öü im Wäärchtag in d' Chilchu: Manche gehen auch am Werktag zum Gottesdienst.

wäärchu: arbeiten; awäärchu: die Frühlingsarbeiten auf den Wiesen machen

wäärde, wäärdi, wäärds; das ischt as wäärds Meytji: dieses Mädchen kommt bei den Jungen gut an.

wäärdu: werden; us immu ischt eppis woordu: Aus ihm ist etwas geworden. Redensart: Was nit ischt, cha no wäärdu: Was nicht ist, kann noch werden.

wäärffu: werfen; är hetsus awägg gwoorfu: Er hat es weggeworfen; aber: bwäärfu: eine Mauer verputzen

waarli tüo: ich hä mjessu waarli tüo, dasch mer züolosent: Ich musste mich anstrengen, um zu bewirken, dass sie mir zuhören.

wäärli: wahrlich; nawwäärli: Ausdruck des Staunens. Redensart: Nawwäärli, scho wider as Fäärli! Redensart: Das ischt ändli ändli waar: Das ist ganz sicher wahr.

waarliche: besser werden; är het gwaarlichet: Er ist besser geworden.

wäärt: wert; dits Tüoch ischt nit vill wäärt: Dieses Tuch ist nicht viel wert.

waarte: warten, sich gefasst machen; waart nummu! Mach dich gefasst!

Wäärza: Warze, schii het d' Händ volli Wäärze: Sie hat die Hände voller Warzen.

Waba: Wabe; Mehrzahl: Wabe; dischi Wabe sind schweeri va Hunig.

Wäbschtüodle: Webstuhl

wäbu: weben; schii het dischi Dechchi sälber gwobu: Sie hat diese Decke selbst gewoben.

wachen: ich hä di ganz Nacht gwachet: Ich bin die ganze Nacht wach gelegen; aber: schii heyntmu (haben ihm) gwachet: Sie waren die Nacht am Krankenbett.

wäder: weder; wäder schii noch är: weder sie noch er

wäderschi: im Ausdruck: mjer ischt gliich wäderschi: Ich bin mit allem einverstanden.

Wado: Wade; mjer tjent d' Wade wee.

Wadubinne: Bänder um die Wadenbeine vor Kälte und Schnee zu schützen

Wäfleta: das abgegraste Weideland wurde im Spätsommer gemäht; dieses Heu nannte man Wäfleta.

wäflu: sich wälzen vor Schmerzen

Wäg: Weg; Mehrzahl: Wäga; aller Wäg na gaa: dem Weg entlang gehen; derwägo: unterwegs

wäge: wegen; wäge demm müoscht nit beess cho: Wegen dieser Sache brauchst du nicht böse zu werden.

wägg: weg; gang awägg: Geh weg!

Waggs: Wachstumsschub: är het vellig a Waggs gitaa: Er ist gewachsen.

waggsu: wachsen; im Meyju (im Mai) waggsot ds Heww flott.

Wagischnjor: ein 4 cm breites gestricktes Band, um den Säugling in der Wiege fest zu binden.

Wago: Wagen

wägu: Wege ausbessern; mooru gääwer ga wägu: Morgen werden wir den Weg ausbessern.

Wäich: Bewegung; schii het key Wäich gitaa: Sie hat sich nicht gerührt.

Wälchi: eine Beruhigung des Wetters. Jetz gits grad a Wälchi.

walchu: walken, verfilzen. Ich hä der Trillch la walchu: Ich liess den Drillich verfilzen oder walken. Redensart: dii ischt gwalchoti: Sie ist in allen Wassern gewaschen.

Wali; as Wali: eine Stechfliege, die beim Heuen zu einer Plage wurde für alle, die auf den Wiesen arbeiteten. Aber auch: a Wali Schnee: 30 - 40 cm Neuschnee

Waliis und Handwaliis: Reisekoffer; französisch: valise

Wälkchugla: Weltkugel, Globus; chugollarund: rund wie eine Kugel

Walkkappola: Waldkapelle; auch: Chappola; ich bi ambrüüf zer Chappolu gangu: Ich ging hinauf zur Waldkapelle.

wältsch: welsch; är ischt a Wältsche: Er kommt aus dem Unterwallis.

walu: sich wälzen, vor allem bei Maultieren, wenn sie sich nach getaner Arbeit auf dem Erdboden wälzen, um sich zu erholen.

Walz: im Ausdruck: jetz müosi (muss ich) de uf d' Walz: Jetzt muss ich dann auf die Suche nach einem Lebenspartner.

wanaa: woher; althochdeutsch: hwana

Wandschoner: Wandbehang mit schönen Sprüchen; z.B. Gottes starke Vaterhand schütze unsern Ehestand. Zwei Lebensstützen brechen nie: Gebet und Arbeit heissen sie.

Wang: Wange; Mehrzahl: Wange

Wanna: Wanne, Kornschwinge; Ortsname: ne Wanninu; ds Wiiwanni: ein Berg vor dem Bietschorn. Sprichwort: Ds Wiwanni müos aabers sii fer an güote Wii: Wenn es einen guten Wein geben soll, darf ds Wiiwanni bei der Weinernte keinen Schnee mehr haben.

Wannerli: Turmfalke; ds Wannerli cha ner Luft schtill schtaa.

wannu: das Getreide von Unsauberkeiten befreien. Mit der a Wannu tüot mu wannu. Dieses Werkzeug gehört zum Kompliziertesten, das die Terbiner Schreiner geschaffen haben. Sprichwort: Der tüot no hinnerum Näschthooru Vogoldräkk wannu: Der ist noch gänzlich beim Alten. Aber auch: üsswannu: austreiben; dem tüoni de das schoo no üsswannu: Dem werde ich die Unarten schon noch austreiben.

Wäntola: Wanze; d' Wäntole heyntmi (haben mich) giblaagot: Die Wanzen haben mich geplagt.

wanuva: woher; wanuva chunt ächt dischi Chrankheyt: Woher kommt wohl diese Krankheit?

Wappu: Wappen

wara: woran: wara liggots: Woran liegt es?

wärchschtelligs machu: bereit machen; ich häs (habe es) wärchschtelligs gmacht.

Wärchschtreych; key Wärchschstreych schaffu: nichts tun

warfer: wozu; warfer chaischt dits Holz brüüchu? Wozu kannst du dieses Holz brauchen?

warmig: womit; warmig soli (soll ich) das machu?

Wärter: Dorfkrankenpfleger

Wärumjeta: Wermut, der in Visperterminen sehr viel vorkommt.

warumm: warum; aber: hiitu machs waarum: Heute ist es warm.

warzüo: im Ausdruck: warzüo dass chunt, bini de daa: Im schlimmsten Fall bin ich dann zur Stelle (um zu helfen).

was guggersch: Ausdruck des Unbehagens

was tiifachersch nomaal: Ausdruck des Unwillens

Wäschgerna: Wespennest; aber auch: ein aufgedunsenes Gesicht: weli Wäschgerna het das (Mannji)!

Wäschgi: Wespe; Mehrzahl: Wäschgini

Wäschheychi: Vorrichtung um die Wäsche aufzuhängen

Wäschi; as Wäschi: ein Grasbüschel mit Wurzeln und Erde. Mit dum a Wäschi häni (habe ich) d' Wasserleyta gibschobu (dicht gemacht).

Wäschlädi: Waschbrett

Wäschschette: das Abwasser beim Spülen des Geschirrs

wäschschu: waschen, tadeln; ich tüonter (tu dir) de der Chopf schoo wäschschu: Ich werde dich dann tadeln.

Wäsi: a Wäsi kkäbet hä: grosses Interesse gehabt haben; är het a mords Wäsi kkäbet.

Wasi: Namen für eine Kuh

wasme: Rasen bilden; äs het wider gwasmet: Rasen hat sich wieder gebildet.

Waso: Rasenstück; althochdeutsch: waso; Mehrzahl: Wasma; ne Wasmu: Ortsname

Wasserleytta: Wasserleitung; Mehrzahl: Wasserleyte; leytu: leiten

wasserleytu: im Frühjahr wurden die Wasserleitungen gereinigt: mu het gwasserleytot.

wässeru: Wiesen, Reben und Gärten bewässern; Wässergüogo: jemand der diese Arbeit gerne macht; Wässerwasser: das Wasser zum Bewässern

Wässerzoggla: alte Kleidungsstücke, um die eingeschlagene Wässerplatte dicht zu machen

Wäsu: Umstände, Wesen: mach keys Wäsu: Mach keine Umstände! Mach kein Aufsehen!

Wats: Eifer, althochdeutsch: hwaz; är het key Wats: Er hat keinen Eifer.

Watsch: eine grosse Nässe; ich bi a bare Watsch: Ich bin ganz durchnässt.

Wätschletta und Wärschletta: Gewirr von Fäden

wätschlu und iwätschlu: einhüllen; umwätschlu: umhüllen, mit Binden einhüllen

watschnass: triefend nass; ich bi watschnassus: Ich bin triefend nass.

Wätter: Wetter. Sprichwort: Tjeti wer läbe, wje wer sellti, so hätti wer Wätter, wje wer wellti: Würden wir leben wie wir sollten, hätten wir Wetter wie wir wollten.

Wätti: im Ausdruck: äs ischt nummu asoo as Wätti: Sie ist schlecht gekleidet.

Watti: im Ausdruck: weli Watti Schnee: Welche Menge Schnee! wattu: durch hohen Schnee gehen

wättru: stürmen; geschter hets eeländ gwättrot: Gestern hat es stark gestürmt.

we: wann? We chuischt de zarugg: Wann wirst du zurückkommen?

weecher und weeher: besser. Schon lange vor der Emazipationswelle sagte der Terbiner von seiner eigenen Frau: Miini weecher Hälfti; d' Weechschta: die Beste; ds weechtoscht Meytji: das schönste und beste Mädchen

weechschtoscht: schönste, beste; är ischt der weechschtoscht Büür: Er ist der beste Bauer; aber: der Weechschto: der Schönste; d' Weechschta va alle ischt ewws Maari: Die Beste von allen ist eure Maria.

Weeggi: im Ausdruck: ner Weeggi sii: in der Zwickmühle sein; sich nicht entscheiden können

weeggu: ein bestimmtes Gewicht haben; wiegen; weflig weeggoscht dü? Wieviel wiegst du? Ner Sennerii tjensch (tun sie) d' Milch weeggu: In der Sennerei wird die Milch gewogen; Waaga: Wage

weeliidig: wehleidig; schii ischt horrend weeliidigi: Sie ist sehr wehleidig.

weerweysu: planen überlegen; wjer hey lang gweerweysot, was wer selle machu: Wir überlegten lange, was wir machen sollen.

weewu: jammern vor Schmerzen; der het gweewot: Der hat gejammert!

weflig: wieviel; weflig hescht mjessu zalu? Wieviel hast du bezahlen müssen?

Wegg: Keil; Mehrzahl: Wegga; a Wegg ischlaa: einen Keil einschlagen

wegilu: schaukeln; tüo ds Mämmi wegilu: Schaukle den Säugling!

Wekker: Wecker; vergiss nit der Wekker z' schtellu!

Welbi und Gwelb: Zimmerdecke; eigentlich: Wölbung; die Zimmerdecke bei alten Häusern war gewölbt: welpu: wölben

wele, weli, wels: welcher; wels ischt da: Wer ist da? Wele chunt? Wer kommt?

Sprichwort: Weli Wäält: eyne het der Sakk und der andro ds Gäld.

Weli: d' Weli hä: die Wahl haben; heyt do d' Weli: Macht, wie ihr wollt!

welinu: sich beraten; wjer hey der ganz Tag gwelinot obwer mooru selle ga wässeru old nit: Wir überlegten den ganzen Tag, ob wir morgen die Wiesen bewässern sollen oder nicht.

Welleta old Mämmichoch: Nahrung für Säuglinge; Mehl wurde im Fett braun geröstet, dann wurde Wasser, Zucker und Muskat dazugegeben.

wellu: kochen, sieden; d' Milch wellu; gwaalti Milch: gekochte Milch

wellu: wollen; Gegenwart: ich will, dü willt, är will, wjer welle, jer wellet, schii wellunt; Möglichkeitsform der Gegenwart: ich welle, dü wellescht usw. - Möglichkeitsform des Praeteritums: ich wellti usw.-Mittelwort der Vergangenheit: wellu

wels het das gmacht: Wer hat das gemacht? Wädre het das gmacht: Welcher von beiden hat das gemacht? Wädrum soli d' Schuld gää: Welchem von beiden soll ich die Schuld zuschieben? aswer old aswels: jemand; jedwädre: jeder von beiden; natwädre: keiner von beiden; natwädri: keine von beiden

weltschi Geyss ischt das: Wem gehört diese Ziege? Dischi Geys kkeert mjer: Diese Ziege gehört mir.

welum, welera, wele (Mehrzahl): wem (Dativ); welum kkeert dits Hüüs: Wem gehört dieses Haus? Wele keert dits Hüüs? Wem allen gehört dieses Haus?

Wendaroor: das äusserste Teilstück einer Hydrantenleitung

wentu: steuern; a Schlitto wentu: einen Schlitten steuern

Werri: Abzäunung (auch nur gedanklich)fürs Vieh auf der Weide; hje ambri geyt d' Werri; im übertragenen Sinn: Das ischt miini Werri: Damit kann ich mich zur Wehr setzen.

wermer: wärmer; hiitu is wermer als geschter: Heute ist es wärmer als gestern.

wermu, üfwermu: wärmen, aufwärmen; d' Milch mjessiwer (müssen wir) wermu: Die Milch müssen wir wärmen.

werru: wehren; d' Fleyge werru: die Fliegen wegjagen; der Bozo werru: einer ägstlichen Person beistehen; är chaschi werru: Er kann sich wehren; Sprichwort: Werru ischt nje güot gsi und chaalt schmidu no weniger güot: Wenn zwei sich verlieben, so soll man nicht dazwischen kommen und wenn zwei sich nicht lieben, soll man sie nicht zusammen bringen wollen; aber auch: dum Vee werru: dem Vieh Einhalt gebieten

wettige, wettigi, wettigs: was für ein, eine, eins; wettige Nool: Welch ein Dummkopf! Redensart: Äs ischt as wettigs: Wie dreckig sieht er aus!

wettu: wetten; ich wellti wettu, was wee: Ich will um alles wetten.

Wetzi: Schärfe eines gewetzten Instrumentes; dischi Sägesa het a güoti Wetzi: Diese Sense ist sehr scharf; wetzu: wetzen

Weybill: ein von der Gemeinde beauftragter Mann, der nach dem Hochamt die offiziellen Nachrichten der Gemeinde verlesen hat. Als Lohn soll er dafür Fr. 20.- im Jahr bekommen haben.

weybju: für etwas werben; är ischt a richtige Weybill: Er ist ein Hochstapler.

weych: schwach; mjer chunt weych old mjer ischt miis: Mir wird übel.

Weychi: Hungergefühl; mjer ischt a Weychi acho: Ich hatte grossen Hunger; oder auch: ich hatte keine Kraft mehr.

Weyda: Grasland; Sprichwort: Wje fer ds Vee di beschtoscht Weyda ischt fer d' Liit der Tärbiner Heida (Spezialwein). Jedum Maa und jedum Wiib tüoder (tut er) güot a Seel und Liib.

weygru: (sich) weigern; är hetschi (hat sich) gweygrot: Er hat sich geweigert.

Weysi: Waise; Mehrzahl: Weysini

weysju: entzündete Mandeln mit einem Heilmittel auspinseln.

Weytz: Weizen; damit der Weizen gut wachsen konnte, musste man ihn bewässern.

Weytzmäll: Weizenmehl: Weizenmehl war ein sehr feines Mehl, man hat beim Mahlen die Kleie entfernt. Mu het gipiitjot. Bei der elektrischen Mühle im Dorf wurde das Weizenmehl gesiebt. Es musste eine komplizierte Vorrichtung eingebaut werden, dabei mussten nach Aussage eines Müllers 48 Schrauben befestigt werden.

wider: wieder: laadi (lasse dich) de wider la gsee: Lass dich wieder sehen!

Widerhall: Echo; hje müoscht höüru, hje hescht a flotte Widerhall!

Widri: Widder; dits Widri isch träfffunds: Dieser Widder ist kampflustig.

widrig: brünstig (Schaf).

Wiggja: Rauhfusskauz (Totenvogel). Ich hä ner Nacht d' Wiggja keert.

Wiggser: gedrungener Mensch; är ischt a chleyne Wiggser: Er ist ein kleiner, gedrungener Kerl.

wiggsu: einen schlagen; ich wiggsunter de eys: Ich werde dir einen Klaps geben.

Aber auch: d' Schüo wiggsu: Die Schuhe auf Hochglanz bringen.

Wii: Wein; wimdu: Weinlese halten; lateinisch: vindemiare; Wiinäches: Weinessig

Wiib: Weib; Mehrzahl: Wiiber; Wiiberli: Weibchen

Wiibogrille: das Verlangen nach einer Frau; är het Wiibogrille im Chopf.

Wiibuvolch: das weibliche Geschlecht; Mannuvolch: das männliche Geschlecht

Wiigrill: Gottesanbeterin. Ein Terbiner jammerte einmal: Mu keert no züo der Ggugger höüru, ich kkeerti jetz de ljeber der Wiigrill.

wiihu: weihen; ds Chilchuwiihi: Kirchweihfest

Wiil: Weile; der Wiil hä: Zeit haben; der Wiil laa: sich Zeit lassen; wiil amaal: hie und da ein Mal; Churzwiil hä: Schwierigkeiten haben

Wiili: Weile, äs geyt no as Wiili: Es wird noch etwas dauern.

Wiimaanot: Oktober, Weinmonat; Oktober-Tee: Wein

wiis: ...weise: tummerwiis; sältsamerwiis: ggarächterwiis (gerechter Weise)

Wiis: Weise, Melodie

Wiischtey: Weinstein; im Fass ischt a Hüüfo Wiischtey.

Wiischtum: im Ausdruck: a Wiischtum tüo: Zeichen, die ein Verstorbener geben kann; tüo mer grad a Wiischtum: Gib mir dann ein Zeichen!

wiischu: wünschen; as güots Niwws wiischu: ein gutes neues Jahr wünschen

wiisggu: weiss anstreichen; d' Chappola heynscht frisch gwiisggot: Die Kapelle wurde frisch mit weisser Farbe gestrichen.

Wiisigu: ds Wiisigu hä old haltu: es handelt sich um ein Festmahl, das ein Jahr nach der Taufe gehalten wurde. Die Gotta brachte drei Laibe spezielles Brot, sogenannte mutzi Rjeje. Es ist ein Brot aus feinem Weizenmehl und enthielt Butter und auch Zucker. Das Wort mutzus kommt wohl vom Wort Schmutz. Zu Fett und Butter sagte man Schmutz. Statt schmutzus Brot sagte man schliesslich mutzus Brot. Der Getti brachte den Wein und dann noch ein Gvatterschtuck, bestehend aus einem Kleidungsstück (Lumpo, Schurz old as Forscher) für die Mutter.

wiismilt: schii ischt wiismilti: Sie ist hellhäutig.

wiit: weit; wjer sii hiitu a Wiiti gluffu: Wir sind heute weit gelaufen.

wiitersäge: weitersagen; tüos (tu es) de njemu wiitersäge: Sage es niemand weiter!

Wiiti: das weite Feld; Mehrzahl: Wiitine; är löüfot d' Wiitine: Er läuft sehr weit.

Wilchi: Wölbung der Fusssohle

Wildi: Ödland; ner Räbwildi tjewer (tun wir) de ds Mittag ässu: in der Rebwildi (Orstname) werden wir das Mittag essen.

wilduwjescht tüo: sich wie besessen betragen

Wilka: eine arbeitsame Frau; das ischt key Wilka: Das ist eine faule Frau.

Willküür: im Ausdruck: us eyguner Willküür: aus eigenem Antrieb, freiwillig

Willa: schönes Haus; är het a richtigi Willa: Er besitzt ein schönes Haus.

willig: arbeitsam; äs ischt as willigs Mannji: Er ist ein arbeitsamer Mann.

Willo: Willen, dü hescht z' weenig groosse Willo: Du hast einen zu kleinen Willen.

Wimde: Weinlese; ne Wimdu: während der Weinlese

wimdu: Trauben ernten; hiir chänniwer (können wir) früo ga wimdu: Die Weinernte wird dieses Jahr früh beginnen.

wimslu: viel vorhanden sein; äs wimslot va Ameysu: Es wimmelt von Ameisen.

Wind: Wind; Mehrzahl: Winda; äs windot: Es weht der Wind.

Windla: Windel; d' Windle ga wäschschu: Die Windeln waschen gehen.

Windluschtich: Notstich beim Flicken

Winkill und Wiichill: Winkeleisen; wa ischt miine Winkill? Wo ist mein Winkeleisen?

winnig: eine entzündete Wunde ischt winnigi.

winterljem: ein Tier, das im Winter viel magerer ist als im Sommer, ischt winterljems. Dies sagt man auch von Menschen.

Wintermaanot: November, Chrischtmaanot: Dezember

Wintrig: Heumenge zum Überwintern; wjer hey gnüog Wintrig.

wintru: ein Tier durch den Winter füttern; hiir tjewer dits Chjeli no wintru: dieses Jahr werden wir diese Kuh noch durch den Winter füttern.

Wirbill: im Ausdruck: är het a Wirbill (eine Welle) im Haar.

Wirfill: Würfel; wirfju: würfeln

wirggu: würgen; erwirggu: erwürgen; wurggu: äs tüot mi wurggu: es würgt mich im Hals.

wirkli: tatsächlich; ischt das wirkli waar? Ist das wirklich wahr?

wirku: wirken, kneten; Wirktisch: Tisch zum Kneten des Brotteiges

Wirriwärri: ein Durcheinander; welis Wirriwärri: welch ein Durcheinander!

Wirrjoler: kurzer, dicker Mann; auch ein Tier kann ein Wirrjoler sein.

wirschsch: zornig; schii ischt hiitu wirschschi: Sie ist heute aufgeregt und zornig.

Wirti: Wirtin; Mehrzahl: Wirtine

wirtu: eine Gaststätte betreiben; är tüot wirtu; Wirtschaft: Wirtshaus.

Wischsch: a Wischsch: ein Arm voll Heu beim Heuen; Mehrzahl: Wischscha; wischschu: das Heu in Portionen, die mit den Armen getragen werden können, zusammenrechen. Acht bis nii Wischscha git a Burdi.

Wischschi: Schlag; är hetmer a Wischschi laa cho: Er gab mir einen Schlag.

wischschu: wischen; Wischschette: das zusammen Gewischte

Wisitatz: Besuch des Bischof in der Pfarrei; wjer hey hiir Wisitatz.

Wisla: Wiesel, tüchtiger Arbeiter; är ischt a mords Wisla.

Wissu: Wissen; im Ausdruck: ooni miis Wissu: ohne mein Wissen

wissu: wissen; Gegenwart; ich weyss, du weyscht, är old schii weyss, wjer wisse, jer wisset, schii wissunt; Möglichkeitsform 1: ich wisse, dü wissescht usw. Möglichkeitsform 2: ich wissti, dü wisstischt usw.- Mittelwort der Vergangenheit: gwisst und gwissu

Witlig: Witwer; Mehrzahl: Witliga; Witwa Witwe

wje: wie: wje geytshe (geht es euch) öü immer: Wie geht es euch auch immer?

Wjega und Wagi: Wiege

wjelu: wühlen; ds Schwinggi tüot wjelu: Das Schwein wühlt.

Wjer: Weiher, wjerlinu: das Wasser in einem Weiher speichern: Es gab hier früher viele Weiher, jede grössere Quelle wurde in einen Weiher geleitet und das Wasser so lange dort gestaut, bis man es als kleines Wässerwasser brauchen konnte. Der grösste Weiher war in Unterstalden oberhalb des Weilers. Wenn dieser Weiher voll war, konnte man nach Aussagen der Alten drei Stunden lang wässern.

wjer: wir; gääwer: gehen wir! wjer gää jetz: Wir gehen jetzt.

Wjeschti: Gier; düü hescht a mords Wjeschti: Du hast grosse Gier.

wjetu: wüten, toben; wje der gwjetot het: Wie hat er getobt!

Wjewasser: Weihwasser

wolappa: durchaus, ja, sicher! Dieses Wort wird als Bestätigung gesagt.

Wolcha: Wolke; Mehrzahl: Wolche; der Himmill ischt volle Wolche.

woll und wäll: Ausdruck der Bejahung, jawollappa: ja, ganz sicher

woll: ja; woll, schii chunt noch: Ja, sie kommt noch; jawoll: so, so!

woll, woll: doch, doch; woll, woll schii chunt de schoo: Doch, doch sie wird kommen.

Wolla: Wolle

Wonig: Wohnung; das ischt a tiiri Wonig: Das ist eine teuere Wohnung.

Wooja: key Wooja hä: keine Lust zu etwas haben

woole: wohler werden; jetz hetmer (hat mir) schee gwoolet: Mir ist wohler geworden.

woolfeyl: billig

Woorb: die Handhabe am Sensestiel; der Woorb va miiner Sägesu ischt kaputt.

woordu: geworden; us immu ischt nix woordu: Aus ihm ist nichts geworden.

Woort: Wort; Mehrzahl: Weerter; Redensweise: Märt ischt Märt, Woort ischt Woort, der Märt soll gäältu. Dieser Satz wurde von Terbiner Buben gesagt, wenn sie eine Sache gegenseitig austauschten. Auch beim Verkauf von Vieh wurde dieser Satz gesprochen und dabei hat der Käufer dem Verkäufer einen Fünffränkler gegeben und der Kauf war perfekt.

Woortwäggsoll: Wortwechsel; schii heynt a Woortwäggsoll kkäbet.

wowoll: doch, doch!

Wuchcha: Woche; angäänsch Wucha; die erste Hälfte der Woche; nahert Wucha: gegen Ende der Woche

Waggs: Wuchs; dische Waald het key Waggs: Dieser Wald gedeiht nicht.

wulline, wullini, wullis: wollen; wullini Schtrimpf: wollene Strümpfe; das ischt wullis: Das ist aus Wolle.

Wunderfitzli: neugieriges Kind; dü bischt as arächts Wunderfitzli.

Wunderscht wägu: aus lauter Neugier; Wunderscht wägu hänischa (habe ich sie) grad gfreegt: Aus Neugier habe ich sie eben gefragt.

Wundrigi: Neugier; weli mords Wundrigi! wundrig: neugierig.

Wunna. Wunde; dischi Wunna tüot mer nit güote: Diese Wunde heilt mir nicht.

wunner nä: neugierig sein; äs nimmt mi wunner: Ich bin neugierig.

Wunner: Neugier; ich chumu niit us um Wunner: Ich bin immer noch neugierig; wundrigs sii: neugierig sein; aber auch: äs passjerunt no Wunner: Es geschehen noch Wunder! Ich hämi (habe mich) verwundrot: Ich war erstaunt; Wunnernasa: neugieriger Mensch

Wüot: Wut; är het a mords Wüot: Er hat grosse Wut.

Wup: Gewebe; der Schpinnuwup: das Spinnengewebe

Wurf: Wurf; das ischt as güots Wurf gsi: Das war eine gelungene Sache. Eine Katze mit sieben Jungen ischt öü a güote Wurf.

Wurggi: Kerngehäuse; laa ds Wurggi amüss: Esse nicht das Kerngehäuse!

wurggu: schlecht schlucken können: äs tüotmi (tut mich) wurggu.

wurmu: ärgern; äs hetno (hat ihn) schoo gwurmot: Es hat ihn schon geärgert.

wurrser: ärger, schlechter; althochdeutsch: wirsiro; Ich bi der Wurrser gsi: Ich war der Schlechtere, man hat mich verachtet. Vielleicht finden wir dieses Wort auch im englischen "worser" (schlechter). Viele aber sagen: Ich bi der Urrser gsi: Ich war gänzlich fehl am Platze. Schii hetmi züo ggurrsot: Sie hat mich ständig schlecht gemacht; oder: Sie hat mich nicht mitmachen lassen.

Wurscht: Wurst; wurschtu: Wurst machen

Wurschteta: Durcheinander; weli Wurschteta: Welch ein Durcheinander!

wurschtlu: unsorgfältig arbeiten; är tüot nummu asoo umhawurschtlu.

Wurto: Spindel; mittelhochdeutsch: wirtel

Wuruhäärd: Erde, die die Regenwürmer aufwühlen

wurunt: schii wurunt das woll no wissu: Sie werden das wohl noch wissen; är wurt das woll no wissu: Er wird das wohl noch wissen.

Wurza: Wurzel; Mehrzahl: Wurze; aus gespaltenen Wurzeln von einem Wasulerch (frei in einer Wiese stehende Lärche) wurden kleine Körbe gemacht, die die Frauen für das Strickzeug brauchten.

wuschleere, wuschleeri, wuschleers: gänzlich leer; dits Gschirr ischt wuschleers: Dieser Eimer ist total leer.

Wutta: Gewölbe; iische Chäller ischt gwuttote: unser Keller ist gewölbt.



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